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Ganz viel Gans
Eisenstadt - Dass beim Ganslessen zum Höhepunkt
des Martinifestes für die Konsumenten kein Grund zur
Verunsicherung bestehe, stellte einmal mehr der burgenländische
Agrarlandesrat Nikolaus Berlakovich (V) in Eisenstadt fest. Er
zog in diesem Zusammenhang eine Zwischenbilanz über das 2002
gegründete Weidegans-Projekt.
In Österreich werden laut Berlakovich jährlich 500.000 Gänse
verzehrt, von denen allerdings nur zehn Prozent im Inland
produziert werden. Die 16 am Projekt "Burgenländische Weidegans"
teilnehmenden Betriebe konnten die Produktion seit 2002 auf rund
3.400 Tiere beinahe vervierfachen. Mittelfristig sei eine
Jahresproduktion von 20.000 Weidegänsen angestrebt. Im Rahmen
dieses Ziel 1-Projekts wurden 23.000 Euro investiert.
Schonende Mästung
Bei der Weideganshaltung handelt es sich um eine artgerechte
Haltungsform. Werden konventionell gemästete Gänse bereits nach
rund zwölf Wochen geschlachtet, erreichen Weidegänse das
Schlachtgewicht von etwa 4,2 Kilogramm erst nach 26 Wochen -
rechtzeitig zu Martini. Durch diese schonende Mästung zeichnen
sich Weidegänse durch einen geringen Fettanteil und
feinfaseriges Fleisch mit verbessertem Safthaltevermögen aus.
Qualität kostet: ist eine ungarische Mastgans laut
Projektbetreuer Christian Reicher vom Bezirksreferat Güssing für
etwa drei Euro erhältlich, bezahlt der Endverbraucher für die
burgenländische Weidegans je Kilogramm 7,50 Euro. Für Gastwirte
kostet das Kilogramm 6,50 Euro und Biofleisch ist um jeweils
einen Euro teurer.
Die Gastronomie und der Endverbraucher greifen, verunsichert von
Berichten über die Vogelgrippe, eher zur heimischen Gänsen, als
zu tiefgefrorenem Fleisch aus dem Handel. Die Weideganshalter
seien bekannt und ein Garant für die Qualität, denn das Fleisch
sei bis zum Betrieb zurückzuverfolgen, erläuterte Reicher.
Der Präsident der burgenländischen Landwirtschaftskammer Franz
Stefan Hautzinger wies auf die Vorteile der naturnahen Haltung
hin: "Im Unterschied zur Intensivmast wird hierbei die
Kulturlandschaft optimal genützt und die Wertschöpfung bleibt in
der Region." Des weiteren werden lange Transportwege verhindert.
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