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Kreativköpfe haben die Nase vorn

Innovativ und erfolgreich: Die ARGE Kärntner
Bioweidegans ist das Siegerprojekt des Agrarius® 2005. Die
Kärntner Landesversicherung, Initiator dieses mit 10.000 Euro
höchst dotierten Agrar-Wettbewerbes Österreichs, zeichnete die 5
Mitgliedsbetriebe aus.
Wer hoch hinaus will, muss viel wagen. Das Motto des
diesjährigen Agrarius®-Wettbewerbs hat beschrieben, worauf es
bei zukunftweisenden Bauernhöfen ankommt: Den Mut, neue Wege
einzuschlagen und außergewöhnliche Lösungen für alltägliche
Herausforderungen zu entwickeln.
Kreative Köpfe gibt es in der Kärntner Landwirtschaft viele. 23
von ihnen hatten den Mut, sich an der fünften Ausgabe des
Agrarius® zu beteiligen. 19 Einzel- und vier
Gemeinschaftsprojekte stellten der unabhängigen Jury eine
umfangreiche Themenvielfalt zur Diskussion: Von der
Bewusstseinsbildung für Natur und Landwirtschaft über die
Alternativhaltung von Rindern und Geflügel, kritischen
Auseinandersetzung mit Gentechnik bis hin zu alternativen
Treibstoffen. Der Fokus des Agrarius® 2005 lag dabei auf
Projekten, die das Entwicklungsstadium bereits verlassen haben
und auf dem Weg zur Marktreife sind.
Bei der Preisverleihung an der LFS Ehrental Freitag vor einer
Woche zollte Juryvorsitzender Harald Reiter (KLV) „jedem
einzelnen Projekt Hochachtung“ und verkündete das Siegerprojekt:
„die Arbeitsgemeinschaft Kärntner Bioweidegans“.
Gesamtkonzept passt
„Unsere Entscheidung fiel nicht leicht und wurde nach
eingehender Beratung getroffen“, versicherte Reiter. „Die ARGE
Kärntner Bioweidegans beeindruckt mit ihrer Art und Weise, wie
sie sich das letzte Jahr über entwickelt hat.“
Mit dem Agrarius®-Gewinn sind die Mitgliedsbetriebe der ARGE
berechtigt, auf ihren Produkten das neue
Agrarius®-Preisträger-Logo zu tragen. Zudem unterstützt die
Kärntner Landesversicherung das Siegerprojekt bei der weiteren
Umsetzung mit 10.000 Euro.
Geld allein garantiert allerdings noch keinen Erfolg: „Für
erfolgreiche Betriebe ist das unternehmerische Handeln das A und
O“, merkte KLV-Vorstandsdirektor Gerhard Schöffmann an.
„Besonderes Augenmerk muss auf Innovation und Entwicklung neuer
Märkte gelegt werden. Daher zeichnet der Agrarius® Menschen und
Betriebe aus, die wirtschaftlich nachahmenswerte Wege aufzeigen
und dadurch die Nase vorn haben.“
LK-Präsident ÖR Walfried Wutscher sieht im Agrarius® einen
großen Anreiz für die Bauernfamilien, mit ihren Betriebskonzepte
hinaus in die Öffentlichkeit zu gehen. Ausgleichszahlungen und
die Inanspruchnahme von Beratung seien den Bauern zwar wichtige
Wegbegleiter. Für den Betriebserfolg schlagend sei allerdings in
erster Linie nur ein Faktor: der Mensch selbst.
Vom Agrarius® profitiert
Dass ein höherer Bekanntheitsgrad Profit bringt, belegen die
beiden Agrarius®-Siegerprojekte von 2004.
Der Eberndorfer Biohof Brigitte & Michael Petschnig legte seit
Gewinn des Agrarius® im Marketing zu. Bio-Heu wird nunmehr sogar
im Lagerhaus Klagenfurt, St. Veit und Wolfsberg verkauft.
Außerdem stiegen die Vollbelegstage der zwei Ferienwohnungen.
Und: „Durch den Agrarius-Gewinn ist unser Selbstbewusstsein
gestiegen“, berichtet Michael Petschnig.
Der „Gailtaler Landmais“ von Josef Brandstätter (Kötschach-
Mauthen) ist mittlerweile zum Forschungsgegenstand einer
deutschen Universität geworden. Verkauft wird Maismehl ab Hof,
im Direktvertrieb und an die Gastronomie. Und das „konstant
gut“, sagt Josef Brandstätter.
Das Siegerprojekt - ARGE Kärntner Bioweidegans
Mitgliedsbetriebe
Iris Stromberger, vlg. Brunnerhof, Pirkfeld 1, 9300 St.
Veit/Glan, Telefon (0 42 13) 30 24
Monika Gursch und Wolfgang Waldmann, vlg. Hafner, Ragglbach 18,
9422 Maria Rojach, Telefon (0 43 55) 26 1 69.
Fam. Christian Granitzer, vlg. Unterliesinger, Liesing 2, 9711
Paternion, Telefon (0 42 45) 59 79.
Tina und Josef Puck, vlg. Hölzl, Schaßbach 7, 9431 St. Stefan/Lav.,
Telefon (0 43 52) 81 7 14
Rolanda und Christoph Gruber, vlg. Gasselhof, Gasselhof Nr. 1,
9314 Launsdorf, Telefon (0 42 13) 28 68.
Von der Idee zum Erfolg
Am 20. September 2005 unterzeichneten die fünf Biobetriebe ihren
Vertrag und gründeten damit offiziell die ARGE Kärntner
Bio-Weidegans. Diesem Schritt gingen schon viele Monate voraus,
in denen Erfahrungen ausgetauscht und der Gössel- und
Futtereinkauf gemeinsam durchgeführt wurde.
Produktionsbedingungen und Verkaufsmindestpreise der künftigen
Mitglieder wurden aneinander angeglichen. Zudem baute der
Betrieb Waldmann die 1. Kärntner Wassergeflügelschlachtanlage.
Am 11. Oktober 2005, also einen Monat vor dem „Gänsehochfest“
Martini, präsentierte sich die ARGE am Betrieb Stromberger der
Kärntner Presse. Im Vordergrund aller Bemühungen stand dabei die
Idee, mit der Bio-Weidegans ein hochwertiges Nischenprodukt mit
Herkunftsgarantie zu produzieren. Für Bauern – ob im Voll- oder
Nebenerwerb – sollte durch Gänsehaltung ein interessantes
Zusatzeinkommen geschaffen, leer stehende Stallungen und
Streuobstwiesen sinnvoll genutzt werden. Eingestallt wurden
heuer rund 1000 Bio-Weidegänse, vermarktet ab Hof und an die
Gastronomie.
Ziele
Aufnahme weiterer ARGE-Mitglieder, Inlandsproduktion von
Bio-Gänsefleisch steigern, Bekanntheitsgrad der ARGE
Bio-Weidegans erhöhen, Erweiterung des ARGE-Produktangebots
durch Bio-Entenfleisch und anderes Bio-Spezialgeflügel durch
spezialisierte Betriebe.
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