Das Leben der Weidegänse ist kein
langes und endet meistens vor Martini Alle Jahre
wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch der
burgenländische Landesfeiertag Martini. Und dann hat die
heimische Weidegans – auch ein Projekt – wieder Saison. Etwa
20 pannonische Betriebe nahmen in diesem Jahr an diesem
Agrarprojekt teil. Rund 3000 Tiere werden bis zum 11.
November geschlachtet, erklärte Projektbetreuer Christian
Reicher vom landwirtschaftlichen Bezirksreferat Güssing.
Das Fleisch der Weidegänse unterscheidet sich von jenem
aus der Schnellmast vor allem durch seine Feinfaserigkeit
und die dunklere Färbung. Die Auflagen für die
Projektteilnehmer sind streng und diese Qualität schmeckt
man dann auch. „Die Tiere müssen bei der Schlachtung
mindestens 26 Wochen alt sein. Im Gegensatz dazu werden
Gänse aus der Intensivmast bereits mit zwölf oder 14 Wochen
geschlachtet“, so Reicher.
Mit etwa acht Wochen sind die Gössel (Gänseküken) voll
befiedert und widerstandsfähig gegen schlechtes Wetter. Dann
dürfen sie vom Stall raus auf die grüne Wiese. Während sie
untertags Gras fressen, bekommen sie in der Früh und am
Abend meist noch hofeigenes Getreide wie Hafer oder Gerste.
Laut Reicher können mittlerweile 15 Prozent des
österreichweiten Gansl-Bedarfs durch die heimischen
Weidegänse gedeckt werden. Neben dem Projekt im Burgenland,
welches 2002 startete, gibt es auch in Niederösterreich,
Oberösterreich und Kärnten derartige Initiativen. Die
Gesamtproduktion in Österreich beläuft sich auf rund 20.000
Weidegänse, so Reicher. Erst kürzlich wurde das Projekt
„Österreichische Weidegans“ mit dem „Agrar.Projekt.Preis“
und die Produzenten der „IG Burgenländische Weidegans“ mit
dem „Kulinarisches Erbe Österreichs“-Teller ausgezeichnet.