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Im Landeanflug auf die Teller

Die Weidegans ist zu Martini wieder sehr gefragt. Biobauer Siegfried Marth hält das Federvieh als "betriebliches Hobby".

Letztes Update am 11.11.2010, 06:22

Gänse Etwa acht Wochen nach dem Schlüpfen geht es für die burgenländischen Weidegänse nach draußen. Jedes Tier hat 100 Quadratmeter Platz und kann sich frei bewegen.
Das beste an den Gänsen ist, sie kommen im Frühjahr und gehen im Herbst", sagt Siegfried Marth mit einem Lächeln. Auf seiner Weide in Hagensdorf, Bezirk Güssing, fanden 400 Tiere im Frühjahr ein Zuhause. Je näher Martini rückt, desto lichter wird der Gänsemarsch auf den Weiden des Biobauern. Dem Gros der Gänse ging es bereits an den Kragen. Zu der Gänsezucht ist der Landwirt eher zufällig gekommen. Neben Ackerbau und Schweinezucht wollte er noch etwas dazu machen. "Schafe sind mir nicht so gelegen, die Gänse sagten mir eher zu", erklärt Marth, der die Gänsezucht mit seiner Schwester betreibt. Er war auch Mitbegründer der Marke "Südburgenländische Weidegans". Diese sage auch den Konsumenten zu. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe schwankt von Jahr zu Jahr, alle halten jedoch die hohen Standards bei der Gänseaufzucht. 26 Wochen lebt jeder Vogel auf mindestens 100.

2002 wurde der Verein gegründet und er durchlebte Höhen und Tiefen. "2005 war ganz schlimm. Wegen der Vogelgrippe wurden fast alle Gänse abbestellt", erinnert sich Marth. Damals wäre das Projekt fast gestorben. Aber nur fast, denn die Weidegänse sind nun wieder von Jahr zu Jahr ausverkauft. Der Großteil von ihnen wird schon lange im voraus reserviert. Aber ein paar Gänse würden immer überbleiben - "für Kurzentschlossene".

Ein paar Mal gibt es auch bei der Familie Marth Gansl. "Auf das will ich nicht verzichten." Jedes Jahr verzichten auch Füchse nicht auf ihr Gansl. "Voriges Jahr war es ganz schlimm. Es wurden 50 Stück gerissen", sagt Marth. Da sei auch der Gewinn schnell dahin gewesen. "Da verdient man dann nichts mehr", erklärt der Landwirt, der die Gänse als "betriebliches Hobby" sieht. Aber trennen könne er sich auch schwer, "denn es gibt immer schon Reservierungen fürs nächste Jahr".

Vom Futter über die Eier kommt alles aus Österreich. Verkauft werden die Weidegänse hingegen auch ins benachbarte Ausland. "Sogar nach Ungarn hab' ich vor kurzem eine verkauft", sagt Marth. Exportware ist das Federvieh nämlich keine, weiß man auch bei der Landwirtschaftskammer (LK). "Wir können nur 19 Prozent vom Eigenbedarf in Österreich decken, der Rest wird importiert", erklärt LK-Direktor Otto Prieler. Großteils kommen die Gänse aus Ungarn. Konkurrenz zur Weidegans seien diese Gänse noch nicht. Heute, an Martini, wird das Gros der Tiere von Siegfried Marth bereits auf den Tellern gelandet sein.

Artikel vom 10.11.2010 22:00 | KURIER | Roland Pittner |

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