Heimische Martinigänse
Steirische Bauern lassen Brauch
wieder aufleben, für den
Festtagsbraten Weidegänse zu
züchten. 13 Produzenten gibt es in
der Steiermark.
Foto © AP
K ommt Gänse, kommt", rufen Regina Neuhold-Krainer und ihr Mann Franz Josef. Das Federvieh auf der großen Wiesenfläche unweit der Riegersburg gehorcht aufs Wort. Rasch sind die beiden von den Weidegänsen umringt. 400 Gössel (Gänseküken) haben sie heuer eingestellt. 1200 gibt es heuer in der ganzen Steiermark - erstmals unter der Marke Steirische Weidegans. Die Tradition, Martinigänse zu züchten, die etwa im Südburgenland schon vor Längerem wiederbelebt wurde, lassen nun auch steirische Bauern wieder aufleben. Obfrau der Vereinigung Steirische Weidegans ist Regina Neuhold-Krainer. Sie hat schon zwei Jahre Erfahrung.
Fakten
1200 Weidegänse haben die Produzenten eingestellt.
Weidegansbauern: Regina Neuhold-Krainer (Riegersburg), Peter Mayer, Johann Voller (St. Stefan/R.), Stefan Dreier (Pöllau), Claudia Rath (Bad Waltersdorf), Martina Hofer (Weiz).
Info: www.weidegans.at; www.biohof-krainer.at
Man muss dahinter sein, damit die Tiere gedeihen. Kritisch sind die ersten Wochen. Als Ein-Tagesküken werden sie im Mai eingestellt und bleiben vier bis fünf Wochen im beheizten Stall. 30 Grad Celsius brauchen sie. Dann dürfen sie auf die Weide. Hauptnahrungsmittel sind Gras und hofeigenes Getreide. Mindestens 100 Quadratmeter Auslauf ist für jede Weidegans vorgeschrieben. Viel Bewegung bedeutet viel Muskelfleisch und eine dünne Fettschicht. Dann gibt es keine Bratverluste. "Eine Gans muss langsam gebraten werden", so Neuhold-Krainer. Zubereitungstipps werden mitgeliefert. Als besonderen Experten hat man dabei einen Haubenkoch eingebunden: Hans Peter Fink, der nur wenige Kilometer entfernt aufkocht.
Artikel vom 5.8.2010 09:51 | Kleine Zeitung





