Der Trend geht allerdings in Richtung artgerecht gehaltener Tiere. So kommen heuer allein rund 75.000 österreichische Weidegänse, die auch Gras gut verdauen können, auf den Tisch. „Das Interesse der burgenländischen Betriebe, an diesem Projekt teilzunehmen, wächst ebenfalls", erzählt Wolfgang Pleier von der Landwirtschaftskammer Burgenland. 13 Betriebe gibt es derzeit, neun weitere haben ihr Interesse angemeldet. Rund 3000 Weidegänse sind heuer im Burgenland gezüchtet worden - immerhin die Hälfte aller hier gezüchteten Gänse.
Wer mit an Bord sein will, muss gewisse Auflagen erfüllen: So muss jede Gans einen Auslauf von mindestens 100 Quadratmeter haben. Auch grasen sie rund 26 Wochen auf den heimischen Wiesen, während Gänse in Intensivmastbetrieben in nur 12 Wochen gemästet werden. „Wir versuchen, uns mit den Weidegänsen von der Massenware abzuheben", sagt Pleier. Hauptabnehmer sind Privatkunden und die Gastronomie.
Zu den Züchtern glücklicher Gänse zählt auch der sonst für seine Paradeiser bekannte Erich Stekovics. 70 Muttergänse, mit denen heuer rund 270 Gänse gezüchtet wurden, nennt der Gemüseproduzent sein Eigen. Allerdings: „Von der wirtschaftlichen Seite her sind die Gänse uninteressant", sagt Stekovics. Der Markt laufe nach einem klaren Schema:?Nur über die Gänsestopfleber werde der volle Preis erzielt. Während die Leber einer unter normalen Bedingungen gehaltenen Gans zwischen 70 und 110 Gramm wiegt, bringt eine Gänsestopfleber zwischen 500 Gramm und einem Kilo auf die Waage. „Der Preis dafür liegt zwischen 50 und 70 €", erklärt Stekovics.
Im Supermarkt sei ein Kilo Tiefkühlgans bereits ab vier € zu haben. Für eine frische Mastgans muss der Konsument mindestens sechs € pro Kilo rechnen. Die konventionell gehaltene burgenländische Weidegans wird ab 8,50 € pro Kilo verkauft, für Bio-Gänse müssen mindestens 9,50 € berappt werden.
Dabei verdienen sich die Züchter glücklicher Gänse keine goldene Nase. Allein für`s Futter müssen sie bei einer fünf Kilo schweren Gans mit zumindest 18 € rechnen. Denn Gänse sind schlechte Futterverwerter: Rund neun Kilo Futter muss eine Gans fressen, um ein Kilo Fleisch zu liefern. „Wir haben unsere Wertschöpfung dadurch, dass die Gänse unseren vier Hektar großen Obstgarten abweiden und auch das Fallobst fressen", sagt Stekovics.





