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  DI | 09.11.2010
 
   
Gansl (Bild: ORF).
ESSEN
      Gansl ist nicht gleich Gansl
Österreichweit werden dieser Tage etwa 350.000 Gänse verspeist. Wer sein Gansl im Supermarkt kauft und selbst zubereitet, weiß: Gans ist nicht gleich Gans. Es gibt Mastgänse, Weidegänse, Stopfgänse und Biogänse.
       
       
        Verschiedene Gänse
Stopfgans, Mastgans, Weidegans oder Biogans: Fertig gebraten auf dem Teller sehen sie alle gleich aus. Doch das Leben, das das Federvieh bis dahin gefristet hat, könnte nicht unterschiedlicher sein.
       
        Gänse (Bild: ORF).
 
       
       
In Österreich ist die Stopfleberproduktion verboten.
      Stopfgänse
Stopfgänsen wird alle drei bis vier Stunden ein Brei aus Mais, Salz und Wasser verabreicht. Und zwar mit einem Rohr, das den Tieren bis in den Magen gesteckt wird.

Das Ziel: die begehrte Gänsestopfleber. In Österreich ist die Stopfleberproduktion verboten. Importe kommen aus Ungarn, Rumänien oder Frankreich.
       
       
        Mastgänse
Mastgänse werden bereits im Alter von zwölf Wochen geschlachtet. Bis dahin bekommen sie auf natürlichem Wege möglichst viel Futter, sodass sie schnell die Schlachtreife erreichen.
       
       
Herta Schneider (Bild: ORF).       Weidegänse
Besser haben es da die Weidegänse. Sie werden etwa 28 Wochen alt.

"Bei den burgenländischen Weidegänsen ist das so: Man hat 100 auf einem Hektar und zwei pro Quadratmeter im Stall. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gras und bekommen etwas Futter dazu", sagt Gänsezüchterin Herta Schneider.
       
       
        Preisunterschiede
Der Unterschied zwischen Bio- und Weidegänsen liegt unter anderem im Futter. Biogänse bekommen ausschließlich Futter aus biologischer Landwirtschaft. Dazu kommt, dass sie Zugang zu Wasser haben müssen. Diese unterschiedlichen Haltungsformen machen sich auch im Preis bemerkbar.
       
        Preisunterschiede bei Gänsen (Bild: ORF).
Tiefgekühlte Gänse aus dem Ausland sind in den heimischen Supermäkten ab vier Euro erhältlich. Für eine frische Mastgans zahlen Konsumenten mindestens sechs Euro.

Die konventionell gehaltene burgenländische Weidegans wird ab 8,50 Euro pro Kilo verkauft. Und Bio-Gänse sind ab 9,50 Euro zu haben.
       
       
Christian Reicher (Bild: ORF).       Konsumenten nehmen höheren Preis in Kauf
Dass man für glückliche Gänse etwas tiefer in die Tasche greifen muss, nehmen immer mehr Konsumenten in Kauf.

"Es gibt einige Personen, die gezielt nach Bio-Weidegänsen fragen. Wir merken aber, dass Regionalität Bio schlägt.

Das heißt, dem Kunden ist wichtig, dass das Produkt aus der Region kommt, es muss aber nicht unbedingt Bio sein", sagt Christian Reicher von der Landwirtschaftskammer.
       
        Gansl (Bild: ORF).
 
       
       
Gerda Wiesler (Bild: ORF).       Auch geschmackliche Unterschiede
Profis setzen auf heimische Produkte: Denn der Unterschied liegt nicht nur im Preis, sondern auch im Geschmack.

"Das Fleisch der Weidegans ist zart, aromatisch und feinfasrig. Und das ist für die Küche natürlich von großem Vorteil", sagt Restaurantbesitzerin Gerda Wiesler.
       
       
        Nachfrage größer als Angebot
Wer zu Martini eine burgenländische Weidegans auf dem Teller haben möchte, sollte diese vorbestellen. Denn derzeit ist die Nachfrage größer als das Angebot.
       
       
 
       
      Im Zuge der Umsetzung des neuen ORF-Gesetzes ist zu diesem Beitrag kein Forum möglich.
       
 
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