Gänse von der
Weide
Martini steht vor der
Tür: Beim traditionellen
Gansl sollte man ganz
bewusst auf die Herkunft
achten.
Es ist schön, wenn aus
den eigenen Produkten
etwas Tolles gemacht
wird“, so Regina
Neuhold-Krainer aus
Altenmarkt bei
Riegersburg, Obfrau der
Vereinigung „Steirische
Weidegans“. So zaubert
etwa Haubenkoch Hans
Peter Fink vom Gasthof
Haberl in Walkersdorf
aus ihren Gänsen
Gaumenfreuden, die rund
um Martini kulinarische
Highlights versprechen –
Voraussetzung dafür ist
beste Gänse-Qualität.
Dafür garantieren die
Produktionsauflagen,
denen sich die 13
Mitglieder von
„Steirische Weidegans“
verpflichtet haben: Es
werden ausschließlich
österreichische
Eintagesküken zur
Aufzucht gekauft. Pro
Hektar Wiese dürfen 100
Gänse gehalten werden.
„Die ersten 21 Tage sind
sehr pflegeintensiv, da
die Kleinen sehr
wärmebedürftig sind“,
erklärt Neuhold-Krainer.
Circa ab der vierten
Woche haben sie täglich
Auslauf auf die Weide.
Durch die Bewegung wird
das Fleisch zart und
feinfasrig. Neben dem
Gras wird auch
hofeigenes Getreide wie
Hafer und Gerste
zugefüttert. „Etwas Mais
gibt es erst in den
letzten vier Wochen – er
macht die Haut
appetitlich gelb und
sorgt für eine 1 bis 3
mm dicke Fettumrandung,
die für ein saftiges,
mürbes Fleisch sorgt.“
Die Gänse sollten 26
Wochen aufgezogen
werden, denn das Fleisch
kann so ausreifen. Noch
immer würden zu viele
ungarische Gänse aus
Stopfleberproduktionen
auf den Tellern von
Wirten und Konsumenten
landen. „Man soll
bewusst nachfragen,
woher das Tier kommt.“
Gänsebraten zu Martini
Ob Ganslsuppe mit
Äpfeln, Gänsebraten mit
Quitten-Rotkraut und
Erdäpfelknödeln oder
vieles mehr: Hans-Peter
Fink tischt wieder
traditionelle
Martinigerichte auf.
„Das Wichtigste ist, die
Gans beim Bauern seines
Vertrauens zu kaufen“,
plädierte er für die
Qualität des
Schlachtkörpers als
Basis für die gute
Küche. „Besonders
knusprig wird das Gansl,
wenn man es vor dem
Servieren schon zerteilt
mit einem Gemisch aus
Honig-Maizena und etwas
Sojasoße einpinselt und
noch kurz im Salamander
(ein Ofen mit starker
Oberhitze) gratiniert“,
so ein Tipp aus seiner
Haubenküche.
Rezept der WOCHE: Steirisches Bio-Weidegansl
Zutaten für 4-6
Personen
1 Gansl (4.000-4.200 g)
2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen
2 Äpfel, 2 TL frisches Liebstöckl,
Beifuß getrocknet
(ist das „ideale Gansl-Kräutl“)
2 TL Majoran, 1 TL Maizena
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Rezept von
Hans-Peter Fink
Gasthof Haberl, Walkersdorf
www.finks-haberl.at
Gans mit kaltem Wasser waschen,
trockentupfen. Knoblauch zerdrücken,
Äpfel und Zwiebeln in Stücke schneiden,
mit Knoblauch, Majoran, Salz, Pfeffer
und Liebstöckl vermischen. Gans salzen,
mit der Apfel-Mischung füllen und mit
Spagat binden. Flügerl und Haxerl mit
Alufolie einwickeln. Gans bei 160° mit
der Brust nach unten in den Ofen
schieben, mit 1l Wasser aufgießen. Nach
einer Stunde umdrehen und bei ca. 170°
noch eine bis eineinhalb Stunden braten.
2/3 des Fetts abschöpfen. Bratensaft mit
Orangensaft einkochen, mit Beifuss
abschmecken und mit Stärke binden.
Artikel vom 25.10.2010 | Woche







